Ein kleiner Blick in die Geschichte der Kirche

 

 

Anno Domini Ereignis
775 in Eldagsen wird erstmals eine Holzkirche gebaut
796

in Eldagsen wird eine Saalkirche errichtet
das Taufrecht wird verliehen

1254 mit der Stadtgründung entsteht südlich der Kirche der Marktplatz
1350 die Kirche wird im Süden verbreitert, dabei eingewölbt
1479 - 1488 die Hauptapsis wird erweitert
das Sakramentshäuschen wird eingebaut
der Flügelaltar wird aufgestellt (Marienaltar)
1626 die St. Alexandri-Kirche wird im 30-jährigen Krieg durch Brand beschädigt - Glocken und Dachstuhl sind zerstört
1628 Herzog von Calenberg-Wolfenbüttel schenkt der Gemeinde eine Glocke
1644 Gießen von zwei weiteren Glocken
1709 Reparatur des Tonnengewölbes
1734 Reparatur des Turmes
1854 Einbau der Furtwänglerorgel
1863 Aufstellung der neuen Kanzel
1942 die drei Glocken werden zu Kriegszwecken abgegeben
1947 werden die Glocken zurückgeführt
1962 Altarrestaurierung
2005 zwei der Glocken werden in Bayern instandgesetzt
Heute die Kirchengemeinde hat 2500 Mitglieder

 

Zur Geschichte unserer Kirche ist ein Buch erschienen:

"1200 Jahre St. Alexandri zu Eldagsen"
(erhältlich im Pfarrbüro)

Ein Löwe in der Kirche
Ein neu entdecktes Kleinod in unserer St. Alexandri-Kirche

Unser Opferstock aus dem 11. Jahrhundert - Foto: Joachim Krienke
Foto: Joachim Krienke

Ein kleiner Rundgang durch die St. Alexandri-Kirche

Wir laden sie ein mit uns einen kleinen Rundgang durch unsere St. Alexandi-Kirche zu machen. Die Kirche ist kein Museum, sondern ein Gotteshaus, in dem sonntäglich die Gemeinde ihren Gottesdienst feiert. Wie jedes Gotteshaus, hat auch dieses seine eigene Geschichte, die kurz dargestellt werden soll.
           Die Geschichte der Alexandri-Kirche in Eldagsen reicht bis in die Zeit Karl des Großen zurück. In „Ealdeshusen“, dem heutigen Eldagsen bei Springe, ist im Jahre 775 eine durch ein Pfostenloch erwiesene Holzkirche gebaut worden. Um 785 wurde in Eldagsen mit dem Bau einer großen steinernen Fünfeckkirche begonnen. Sie blieb aber in den Fundamentierungsarbeiten stecken. Ursprung des heutigen Kirchengebäudes ist die steinerne Hallenkirche, die um das Jahr 796 auf den Fundamenten der unvollendeten Fünfeckkirche und der Holzpfostenkirche erbaut wurde. Sie war später Mutterkirche und wurde mit dem Taufrecht ausgestattet. Um die Jahre 1075 bis 1100 wurde sie zur Archidiakonatskirche erhoben. Ein Archidiakon war erster Helfer und Stellvertreter des Bischofs.

       Mitte Juli kam ein Anruf von einer Kunsthistorikerin aus Aachen. Sie bat um eine Besichtigung unserer Kirche, in der sie sich ganz speziell für einen steinernen Opferstock aus dem Mittelalter interessierte. Mit dabei waren noch eine weitere Kunsthistorikerin aus Russland und ein Kunsthistoriker aus Schweden. Schnell hatten sie das Kleinod in unserer Kirche ausgemacht. Es handelt sich um einen Opferstock im vorderen rechten Kirchenschiff, den wir bisher als einen umgearbeiteten Säulenrest vermuteten.
     
Die Kunsthistoriker schätzen, dass der Opferstock ungefähr um das Jahr 1100 gefertigt worden ist. Er ist 70 cm hoch und hat einen Durchmesser von 48 cm. Im oberen Kranz ist ein Löwe eingemeißelt, der auf zwei Säulen ruht. Der Löwe ist ein Symbol für Stärke; siehe Apostel Markus mit dem Löwen. Der Opferstock ist somit ein Kleinod und Zeugnis aus romanischer Zeit unserer Kirche.
      Von jungen Leuten unserer Gemeinde wurde dieser Opferstock während einer Kirchenführung so gedreht, dass der Löwe jetzt für jeden gut sichtbar ist. Wir sind den Kunsthistorikern dankbar, dass sie uns den Hinweis auf diesen Opferstock gegeben haben, in dem seit über 900 Jahren Kollekten in unserer Kirchengemeinde gesammelt werden.

Joachim Krienke


Der Turm

Der Turm gehört zum ältesten Gebäudeteil unserer Kirche. Unter Einfluss der Familie der Edelherren von Völksen-Heusen-Higesim-Haldessen, die aus dem Bistum Minden stammen, ist die Hallenkirche aus dem Jahr 796 von 1100 bis 1150 als große dreischiffige Kreuzbasilika umgebaut worden. Sie war die Grablegekirche der Edelherren von Völksen.

 

Kirche - historische Zeichnung


An der Wand des Turmes sind Grabplatten von Unarg (Schrift) - er starb an den Festtagen, die dem Michael (29. September) gewidmet sind – und vom Laien Bernhard (Kopf), der am 19. November starb, zu sehen. Sie stammen aus den Anfänger der St. Alexandrikirche und wurden unter dem Kirchturmgewölbe gefunden. Bemerkenswert ist auch die frühgotische Scheibenkreuzplatte mit vier Lilienmotiven und zwei von unten aufsteigende lilienartige Stäbe, die um 1220 -1240 entstanden ist.

Der Tympanonrest (Bogen über den Türsturz eines Kirchenportals, meist mit biblischen Szenen ausgeschmückt) ist ebenfalls ein Zeugnis aus der ersten steinernen Hallenkirche von 796. Er zeigt das Lamm Gottes, wie er den gepflügelten Lindwurm – den Drachen Babylon – bezwingt.

Joachim Kienke

Fortsetzung folgt

 

historischer Rundgang

 historischer Rundgang - Geschichte des Altars

historischer Rundgang - der Altar

 

 emblem2002mini.gif..... wo Menschen Gemeinschaft finden!